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Jahrhundertelang wurde der Wein von Borba so gemacht: in Hunderten kleiner Keller, einem pro Haus, jede Familie mit ihren eigenen Tongefäßen, von den Römern geerbt, im Erdgeschoss verborgen. Es war ein über die ganze Stadt verteilter Reichtum, und zugleich ein zerbrechlicher, denn jeder kleine Erzeuger verkaufte allein, ausgeliefert an den, der ihm die Trauben oder den fertigen Wein abkaufte, und es waren diese Käufer, die Zwischenhändler, die den Preis festsetzten. Ein einzelner Mann, mit seinem Keller und seinem Tongefäß, hatte keinerlei Macht, Nein zu sagen.
Und es gab damals eine zweite Bedrohung, leiser als die Reblaus, aber fast ebenso gefährlich. Der Staat jener Zeit hatte entschieden, dass der Alentejo vor allem Portugals Kornkammer sein sollte: die Anreize, die Förderungen, die Agrarpolitik, alles drängte das Land zum Weizen. Der Weinstock, der schon einmal beinahe mit der Seuche des vorigen Jahrhunderts verschwunden war, drohte erneut zu verkümmern, diesmal durch bloße Vernachlässigung.
Gegen genau diese beiden Dinge, die Zwischenhändler und das Vergessen, erhoben sich zwölf Männer. Am 24. April 1955 trafen sie sich auf Einladung der Bauerngilde von Borba, um zu beschließen, ihre Weinberge und ihre Stimmen in einer einzigen Genossenschaft zu vereinen. Sie verloren keine Zeit mit Zögern: sechs Tage später, am 30. April, übernahm der erste Vorstand der Genossenschaftskellerei von Borba sein Amt. Zwölf Menschen hatten gerade die erste Genossenschaftskellerei des gesamten Alentejo gegründet.
Die Geste griff um sich. In den folgenden Jahren entstanden, dem Beispiel Borbas folgend, ähnliche Genossenschaften im ganzen Alentejo, und die gesamte Region fand in der Kraft der Gemeinschaft, was der kleine Erzeuger allein nie besessen hatte: Größe zum Verhandeln, Geld für Investitionen in Technologie, und eine Marke mit einem Namen, der sich weit über die Stadt hinaus verkaufen ließ. Siebzig Jahre später ist das, was am Tisch einer Versammlung von zwölf Menschen begann, heute einer der zehn größten Weinproduzenten Portugals, mit Hunderten angeschlossenen Winzern, die Tausende Hektar Rebfläche bewirtschaften. Und es war dasselbe Haus, das Jahrzehnte später die Rechte an der alten Marke Montes Claros erwarb und ihr den Ruhm zurückgab, und damit, vielleicht ohne es ganz beabsichtigt zu haben, den Wein von Borba mit der Schlacht verband, die Portugals Unabhängigkeit gleich nebenan sicherte.
Wenn Sie das nächste Mal den Namen Borba auf einem Etikett sehen, erinnern Sie sich, was dahintersteht: kein großes Unternehmen, geboren aus einem Staatsplan, sondern zwölf gewöhnliche Menschen, die an einem Aprilnachmittag beschlossen, nicht länger billig zu verkaufen, was ihr Land gut zu machen wusste. Manchmal ändern ganze Regionen so ihr Schicksal: nicht mit Heeren oder Königen, sondern mit einer Handvoll starrköpfiger Menschen und einem Besprechungstisch.